Roter Amaranth/ Roter Chinesischer Spinat (Amaranthus blitum) - Seit Jahrhunderten genutzt und doch fast vergessen
Abholung bei Bei der Kirche 3 verfügbar
Gewöhnlich fertig in 24 Stunden
-
Vorzucht: Ab April im Haus auf einer hellen Fensterbank, Direktsaat im Freiland ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen)
-
Saattiefe: Lichtkeimer! Die feinen Samen dürfen nicht mit Erde bedeckt, sondern nur sanft an das Aussaatsubstrat angedrückt werden
-
Keimtemperatur: 18 bis 22 Grad Celsius
-
Keimdauer: Meist zuverlässig und rasch, in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen
-
Feuchtigkeit: Das Substrat während der Keimphase mit einer feinen Sprühflasche konstant leicht feucht, aber niemals nass halten
-
Pflanzabstand: Bei der Direktsaat die Sämlinge später auf einen Abstand von etwa 20 bis 30 cm vereinzeln, damit sich die Einzelpflanzen gut entwickeln können
Ernte und Nutzung: Bereits wenige Wochen nach der Aussaat kann mit der Blatt-Ernte begonnen werden. Durch den regelmäßigen Schnitt junger Blätter und Triebspitzen wird die Pflanze angeregt, buschiger nachzuwachsen. Die jungen Blätter eignen sich hervorragend roh als optisches Highlight in Salaten. Ältere Blätter werden wie Spinat zubereitet. Neben der Nutzung als Blattgemüse lassen sich im Spätsommer und Herbst auch die unzähligen, winzigen Samen der Blütenstände ernten. Die Samen der Amaranth-Gewächse sind ein äußerst nährstoffreiches, glutenfreies Pseudogetreide. Sie können ähnlich wie Quinoa gekocht, in einer Pfanne zu Mini-Popcorn gepoppt oder fein gemahlen als Beimischung für Backwaren verwendet werden.
Herkunft und Historisches: Die Gattung Amaranth blickt auf eine jahrtausendealte, faszinierende Geschichte zurück. Ursprünglich in Süd- und Mittelamerika beheimatet, galt Amaranth bereits bei den Inkas, Mayas und Azteken als heilige Pflanze und zählte neben Mais zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der indigenen Völker. Während dort oft spezielle Körneramaranth-Arten kultiviert wurden, schätzte man den robusten Amaranthus blitum schon früh als wertvolles Blattgemüse. Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich die Pflanze bis nach Asien und Europa. In Mitteleuropa war der "Rote Meier" im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein sehr geschätztes und weit verbreitetes Küchenkraut in Kloster- und Bauerngärten. Erst mit dem zunehmenden Anbau des echten Spinats geriet diese historische und optisch äußerst reizvolle Nutzpflanze hierzulande fast in Vergessenheit.