Kap-Sonnentau (Drosera capensis) - Samen
Der Kap-Sonnentau gehört zur Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae) und ist ein echter Klassiker unter den Karnivoren (fleischfressenden Pflanzen). Er ist besonders bei Anfängern beliebt, da er robust ist und schnell wächst.
Herkunft und natürlicher Lebensraum
Wie der Name bereits verrät, stammt der Kap-Sonnentau ursprünglich aus der Kapregion in Südafrika. Dort wächst er in feuchten, sumpfigen und nährstoffarmen Gebieten, oft an Flussufern oder in Mooren. Das Klima dort ist subtropisch, was bedeutet, dass die Pflanze viel Sonne und milde Temperaturen gewöhnt ist.
Aussehen und Wuchsform
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Blätter: Die Pflanze bildet eine bodenständige Rosette aus bandförmigen, bis zu 15 cm langen Blättern.
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Tentakel & Klebefallen: Die Blattoberseiten sind dicht mit rötlichen Drüsenhärchen (Tentakeln) besetzt. An deren Spitzen sitzen winzige, glitzernde Tropfen eines klebrigen Sekrets. Dieser "Morgentau" (daher der Name) verströmt einen süßlichen Duft, der Insekten anlockt.
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Blüten: Im Sommer bildet die Pflanze einen bis zu 30 cm langen, blattlosen Blütenstiel (damit Bestäuber nicht versehentlich in den Fallen landen). Daran wachsen mehrere kleine, meist leuchtend rosafarbene oder violette Blüten, die sich oft nur für einen einzigen Tag öffnen.
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Wuchs: Mit der Zeit kann der Kap-Sonnentau einen kleinen Stamm bilden, da die unteren Blätter absterben und die Pflanze nach oben weiterwächst.
Standort und Pflege (Kultur)
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Licht: Drosera capensis ist extrem lichthungrig. Ein Südfenster mit voller Sonne ist ideal. Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto intensiver färben sich ihre Klebetentakel rot. Im Sommer steht sie gerne vollsonnig draußen.
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Wasser: Leitungswasser ist pures Gift! Die Pflanze darf ausschließlich mit Regenwasser, destilliertem Wasser oder Osmosewasser gegossen werden. Am besten hält man sie im sogenannten Anstauverfahren: Der Topf steht dauerhaft in einem Untersetzer, der ca. 1-2 cm hoch mit Wasser gefüllt ist.
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Substrat: Normale Blumenerde ist tödlich. Benötigt wird spezielles, nährstoffarmes Karnivoren-Substrat (meist eine Mischung aus ungedüngtem Weißtorf und Quarzsand). Spezialsubstrat hier erhältlich.
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Überwinterung: Die Pflanze kann ganzjährig warm am Fensterbrett durchkultiviert werden. Sie toleriert aber auch eine kühle Überwinterung bei 5–10 °C (dann etwas weniger gießen).
🌱 Aussaathinweis und Vermehrung
Die Vermehrung von Drosera capensis ist unglaublich einfach – oft so einfach, dass sie sich von selbst vermehrt.
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Samen: Die Pflanze ist selbstbestäubend und produziert nach der Blüte tausende winzige, staubartige Samen.
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Lichtkeimer: Die Samen dürfen nicht mit Erde bedeckt werden! Streue sie einfach auf gut befeuchtetes Karnivoren-Substrat.
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Bedingungen: Halte das Substrat sehr nass und sorge für hohe Luftfeuchtigkeit (z. B. eine Frischhaltefolie mit kleinen Löchern über den Topf spannen oder in ein Zimmergewächshaus stellen).
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Keimdauer: An einem hellen und warmen Ort keimen die Samen oft schon nach 2 bis 4 Wochen.
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Alternativen: Neben der Aussaat kann man die Pflanze auch kinderleicht über Blattstecklinge oder Wurzelschnittlinge vermehren.
💡 Wissenswertes und Kurioses
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Die "Umarmung des Todes" (Thigmotropismus): Wenn ein Insekt an den Klebetropfen hängen bleibt und zappelt, registriert die Pflanze den mechanischen Reiz. Innerhalb von wenigen Minuten bis Stunden rollt sich das gesamte Blatt aktiv um die Beute ein, um möglichst viele Verdauungsdrüsen mit dem Insekt in Kontakt zu bringen.
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Verdauung: Die Pflanze scheidet Enzyme aus, die das Insekt zersetzen. Die gelösten Nährstoffe (vor allem Stickstoff und Phosphor, die im Boden fehlen) werden über das Blatt absorbiert. Danach rollt sich das Blatt wieder auf und der leere Chitinpanzer des Insekts weht im Wind davon.
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Das "Unkraut" der Karnivoren-Szene: Weil der Kap-Sonnentau so robust ist und sich über seine unzähligen Samen fast explosiv selbst aussät, taucht er oft spontan in anderen Töpfen auf. Unter Sammlern wird er daher liebevoll-scherzhaft als "Karnivoren-Unkraut" bezeichnet.
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Fütterung unnötig: Man muss die Pflanze in der Wohnung nicht füttern. Die wenigen Trauermücken oder Fruchtfliegen, die sie selbst fängt, reichen ihr als Dünger vollkommen aus. Fleisch oder Käse würden die Blätter nur zum Schimmeln bringen.