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Eidechsenwurz/ Voodoo-Lilie (Typhonium venosum) - Das Wunder ohne Erde und Wasser
€5,80
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Die Eidechsenwurz, botanisch als Typhonium venosum geführt und vielen Pflanzenfreunden auch noch unter dem Namen Sauromatum venosum geläufig, ist eine der wohl kuriosesten und faszinierendsten Pflanzen aus der Familie der Aronstabgewächse. Sie ist ein absoluter Hingucker und ein echtes Muss für Liebhaber außergewöhnlicher, exotischer Gewächse. Das Spektakulärste an dieser Pflanze ist ihre Eigenschaft als sogenannter Trockenblüher: Die imposante Blüte schiebt sich im zeitigen Frühjahr scheinbar wie durch Zauberei komplett ohne Erde und Wasser einfach aus der nackten Knolle.
Lieferumfang: Je Jungpflanze im 7cm Topf (ca. 15-20cm)
Herkunft und natürlicher Lebensraum:
Die Eidechsenwurz stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Asiens und Teilen Afrikas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Himalaya-Gebirge über Indien und Nepal bis weit nach Südostasien. In ihrer Heimat wächst sie bevorzugt an lichten Waldrändern und in Graslandschaften, wo sie sich perfekt an den klimatischen Wechsel zwischen Monsunregen und ausgeprägten Trockenzeiten angepasst hat.
Genau diese Herkunft erklärt auch das faszinierende Verhalten der Pflanze: Die dicke Knolle dient als robuster Wasser- und Nährstoffspeicher für die raue Trockenzeit. Das ermöglicht es der Voodoo-Lilie überhaupt erst, im zeitigen Frühjahr als Trockenblüher komplett ohne Erde und Gießen auf meiner Fensterbank zu erblühen. Aus demselben Grund ist sie auch auf unsere nasskalten und frostigen Winter nicht vorbereitet und muss die kalte Jahreszeit zwingend trocken und geschützt im Haus verbringen.
Meine Erfahrungen und Tipps zur Pflanzung und Pflege:
Blühfähigkeit und Trockenblüte:
Gut zu wissen ist, dass die Knollen ab einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 Zentimetern (ungefähr walnussgroß) blühfähig werden. Im späten Winter oder zeitigen Frühjahr lege ich die ausreichend große Knolle einfach auf einen hellen, warmen Platz auf meiner Fensterbank, oft genügt ein kleiner Teller als Unterlage. Innerhalb weniger Wochen entwickelt sich ein langer Blütenstand mit einem auffällig purpur-braun und gelblich gefleckten Hüllblatt, dessen Musterung stark an eine Reptilienhaut erinnert.
Der Bestäuber-Trick:
Um in der Natur ihre bevorzugten Bestäuber (Schmeißfliegen und Aaskäfer) anzulocken, verströmt die Blüte für ein bis zwei Tage einen intensiven, wenig schmeichelhaften Aasgeruch. Für diesen kurzen Zeitraum quartiere ich die Knolle meistens kurz ins Freie oder in einen gut belüfteten Raum ab.
Die Pflanzung:
Sobald die Blüte verwelkt ist, beginnt die eigentliche Vegetationsphase. Dann setze ich die Knolle etwa 10 bis 15 cm tief in einen ausreichend großen Kübel oder ab Mitte Mai direkt in mein Gartenbeet.
Substrat:
Die Eidechsenwurz benötigt ein sehr lockeres, humoses und durchlässiges Substrat. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, da die dicke Knolle sonst faulen kann.
Wuchs und Standort:
Nach der Blüte entfaltet die Voodoo-Lilie ihr zweites, fast ebenso beeindruckendes Gesicht. An einem auffällig gefleckten, fleischigen Stiel wächst ein einziges, riesiges und tief eingeschnittenes Blatt in die Höhe, das wie ein kleiner tropischer Regenschirm aussieht. Die Pflanze erreicht dabei eine Wuchshöhe von gut 40 bis 80 cm. Im Sommer steht sie am liebsten an einem halbschattigen, leicht feuchten Standort. Pralles Sonnenlicht in der Mittagshitze verträgt das weiche Laub eher schlecht.
Überwinterung:
In unseren Breitengraden ist die Eidechsenwurz nicht zuverlässig winterhart. Im Frühherbst, sobald die Temperaturen spürbar sinken, zieht die Pflanze ihr großes Blatt von ganz allein wieder ein und begibt sich in die Ruhephase. Ich grabe die Knollen dann vorsichtig aus, befreie sie von der Erde und lagere sie über den Winter absolut trocken, kühl und frostfrei in einer Kiste im Keller. Dort ruhen sie tief und fest, bis der bizarre, magische Kreislauf im nächsten Frühjahr auf meiner Fensterbank wieder von vorn beginnt.