Psidium friedrichsthalianum, in Mittelamerika vor allem unter dem Namen „Cas“ bekannt, ist eine ganz besondere Guavenart, die sich geschmacklich deutlich von der klassischen, süßen Apfelguave unterscheidet. Der immergrüne Strauch besticht durch sein attraktives Laub, zarte weiße Blüten und eine auffallend glatte Rinde. Das eigentliche Highlight sind jedoch die runden, zur Reife leuchtend gelben Früchte. Sie verströmen einen intensiven, fruchtigen Duft, sind roh allerdings extrem sauer. Genau diese erfrischende Säure macht sie zu einer enorm begehrten Zutat für Limonaden, Säfte und Gelees. Ich schätze diese seltene Art besonders, weil sie sich ganz hervorragend und unkompliziert als exotische Kübelpflanze kultivieren lässt.
Lieferumfang: Je 10 Samen
Aussaat auf einen Blick:
| Eigenschaft |
Hinweis |
| Vorzucht (Haus) |
Ganzjährig möglich |
| Saattiefe |
Ca. 0,5 cm (Samen zur Beschleunigung vorab 24h in lauwarmem Wasser quellen lassen) |
| Keimtemperatur |
25 bis 28 Grad Celsius (konstante Bodenwärme ist hier essenziell) |
| Keimdauer |
4 bis 8 Wochen (Geduld ist gefragt, das Substrat konstant feucht, aber nicht nass halten) |
Wuchsform, Standort und Pflege:
In der freien Natur wächst die Cas-Guave zu einem kleinen Baum heran, bleibt in der Kübelkultur auf dem Balkon oder der Terrasse jedoch deutlich kompakter. Durch einen gezielten Rückschnitt lässt sie sich zudem sehr leicht in Form halten. Die Pflanze verlangt nach dem sonnigsten und wärmsten Platz, den du ihr bieten kannst. An das Substrat stellt sie keine komplizierten Ansprüche, es muss lediglich eine exzellente Drainage aufweisen. Ich mische hochwertige Pflanzerde gerne großzügig mit Perlit, Bims oder Lavagrus, um die Wurzeln optimal zu belüften und Staunässe strikt zu vermeiden. Im Hochsommer ist der Wasserbedarf hoch, die oberste Erdschicht sollte vor dem nächsten Gießen jedoch immer leicht antrocknen.
Winterhärte und Überwinterung:
Als tropisches Gewächs verträgt diese Guavenart absolut keinen Frost. Sobald die Temperaturen im Herbst dauerhaft unter 10 Grad Celsius fallen, muss sie ins Haus geholt werden. Ich überwintere meine Pflanzen an einem möglichst hellen Ort bei kühlen 10 bis 15 Grad Celsius. In dieser Zeit wird das Gießen deutlich reduziert und auf Dünger komplett verzichtet.
Ernte und Nutzung:
Die Früchte sind erntereif, wenn die Schale hellgelb wird und auf leichten Druck nachgibt. Aufgrund der kräftigen Säure und des leicht harzigen Einschlags ist der Rohverzehr nur etwas für Hartgesottene. Die wahre Stärke der Cas-Guave zeigt sich in der Verarbeitung: Das pürierte und von den harten Samen befreite Fruchtfleisch ergibt, gemischt mit Eiswasser und Zucker, das traditionelle „Fresco de Cas“ – ein unvergleichlich erfrischendes Sommergetränk. Dank des von Natur aus extrem hohen Pektingehalts geliert das Fruchtfleisch fast von selbst und ist perfekt für exotische, schnittfeste Marmeladen.
Herkunft und Systematik:
Botanisch gehört Psidium friedrichsthalianum zur großen Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Ihre ursprüngliche Heimat erstreckt sich über die tropischen Regionen Mittelamerikas, von Honduras über Nicaragua bis nach Costa Rica. Dort wächst sie wild in den feuchtwarmen Tiefländern und wird als absolute Kultpflanze für die tägliche Getränkezubereitung in fast jedem Hausgarten gepflegt.