Bob, der Blob (Physarum polycephalum)
Ich bin Bob... der Blob!
Bekannt aus Film und Fernsehen 😉 (Blob - Schrecken ohne Namen, 1958). Zudem wurde mir 2019 im Pariser Zoo ein eigener Bereich zur Verfügung gestellt um mein Wesen und mein Verhalten vorzustellen.
Meines Zeichens ein Myxo, recht unvorteilhaft auch Schleimpilz genannt. Ich bin weder Tier, noch Pflanze. Und auch kein Pilz, kein Bakterium und auch kein Virus. Ich bin die größte Zelle der Erde! Wie aus einer anderen Welt, doch als einer der ersten hier gewesen. Mich gibt es fast unverändert seit über 500 Millionen Jahren.
Ich bin das perfekte Haus"tier". Genügsam und lernfähig. Doch gibst du mir nicht was ich will, dann büchse ich aus und suche es mir selbst.
Eine Ausführliche Beschreibung über mich findest du in diesem Blog-Beitrag...
Meine Präferenzen:
- Geboren werde ich als amöboider Einzeller. In meiner späteren Entwicklung mache ich gemeinsame Sache mit meinen Geschwistern und wir schließen uns zusammen. Dabei bilden wir eine einzige Zelle, mit einer einzigen Membran, die unsere gemeinsamen Zellkerne umschließt.
- Bei günstigen Bedingungen bin ich prinzipiell unsterblich.
- Der größte Vertreter unserer Art wurde 5,5m² groß.
- Ich kann meine Größe bei günstigen Bedingungen täglich verdoppeln.
- Ich kann meine Nahrung wahrnehmen und bewege mich aktiv, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4cm in der Stunde, auf sie zu.
- Ich bin in der Lage meine Nahrung auf dem kürzesten weg zu erreichen, Hindernisse zu überqueren und selbst in einem Labyrinth die kürzeste Strecke zu finden.
- Ich ernähre mich von Pilzen, Bakterien und anderen Einzellern, sowie Pflanzen- und Tierresten.
- Ich bin lernfähig und stelle mich auf meine Umwelt ein indem ich mir regelmäßig wiederkehrende Veränderungen, wie Trockenheit, einpräge und selbst dann reagiere, indem ich mich zusammenziehe, wenn sie einmal nicht eintreten sollten.
- Ich bin in der Lage mit Artgenossen Informationen auszutauschen indem ich mich mit ihnen verbinde. Dazu öffnen wir unsere Zellmembran und werden eins. Für einen Informationsaustausch müssen wir mindestens drei Stunden verbunden sein.
- Mein Körper ist durchzogen von Venen. Diese sind mit Protoplasma gefüllt und kontrahieren regelmäßig ähnlich des menschlichen Herzschlages. Dies ermöglicht mir meine Bewegung. (Sichtbar auf Videoaufnahmen bei einer ca. 5fachen Geschwindigkeit)
- Ich bin Einzeller des Jahres 2021
- Meine Artgenossen können in mindestens 720 Geschlechter unterteilt werden.
- Fällt meine Umgebung trocken so überdauere ich als Sklerotium in einem Trockenzustand über Jahre.
Haltungsbedingungen:
- Ungiftig und unschädlich, perfekt für Kinder zum experimentieren und beobachten. (Keine scheu allen anderen Interessierten... ich bin 40 😉)
- Günstig ist eine saubere Umgebung und reine Handhabung um keine Keime zu übertragen.
- Als Nahrung können Haferflocken oder Mehl (Ich laufe gut mit Roggenvollkornmehl) genommen werden. Wenn man sich ein wenig sicherer ist kann auch gerne experimentiert werden.
- Vorteil des speziellen Kimmig-Agars ist ein schnelles Wachstum des Myxo. Die Gefahr hierbei liegt an dem ebenso schnellen Wachstum von eventuell eingebrachten Pilzen. Sollte eine Kultur von Fremdorganismen überwuchert werden, ist eine Umsiedlung in ein neues Gefäß mit sauberem Medium von Nöten.
- Sklerotien können dunkel und trocken monatelang gelagert und bei Bedarf wiederbelebt werden. Dazu wird es wie weiter unten beschrieben in ein passendes Gefäß gegeben und befeuchtet.
- Als Gefäß eignet sich alles was Feuchtigkeit halten aber Sauerstoffversorgung garantieren kann.
- Als Wuchsmedien können Agar Agar, feuchtes Filterpapier oder andere Zellstoffe verwendet werden.
- Physarum polycephalum benötigt ein feuchtes und dunkles Umfeld. Zudem Temperaturen um 23°C. 10°C absolutes minimum und 38°C absolutes Maximum.
Abgabe als Zuchansatz auf Filterpapier in der 9er Petrischale. Petrischalen und Filterpapier für eine Erneuerung der Kultur sind ebenfalls im Shop vorhanden.
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